Leider ist es noch immer ein weit verbreitetes Fehlverständnis, die mündliche Leistung sei die „Note für Melden im Unterricht“. Das ist falsch.
Ich werde jetzt zunächst umreißen, was Mitarbeit alles umfasst, und daraus – siehe unten – Bewertungskriterien ableiten. Die Aufstellung folgt bzgl. der Reihenfolge grob dem KC Erdkunde Sek II Niedersachen. Für Chemie ist der Umgang mit Erkenntnisgewinnung, Versuchen, Modellen zusätzlich zu betonen, reiht sich aber problemlos ein.
Bewertet wird die Mitarbeit im Unterricht. Dazu gehört zum Beispiel:
- die Teilnahme am Unterrichtsgespräch (das „Melden“, das aktive Zuhören, wissen, worum es gerade geht, sinnvolle eigene Beiträge)
- der Umgang mit Daten (zielgerichtete Recherche, lesen, verstehen, gliedern, sortieren, bewerten, kritisch reflektieren, zielgerichtet erheben, Quellenauswahl…)
- eigene Ergebnisse (was du im Unterricht herstellst, entwickelst, etwa Plakate, Texte, Präsentationen… – insbesondere mit Blick auf deren Qualität)
- Dokumentation (Ergebnisse, Materialien usw. sind verfügbar, du sammelst Wesentliches, kannst es jederzeit nutzen usw.)
- Präsentationen (erstellen, halten – Qualität. Durchdachte Passung Medien – Inhalte)
- Kooperation und Kollaboration (Zusammenarbeit – planen, strukturieren, reflektieren… gemeinsam so, dass die Gruppe mehr und bessere Ergebnisse entwickelt als ein einzelner Schüler das könnte)
- Umgang mit Medien, fachspezifischen Medien
- Umgang mit (fachspezifischen) Methoden
- Schriftliche Ausarbeitungen (Inhalte, Form, Textqualität, Sprachqualität)
- Ergebnisse kurzer Lernkontrollen
- Häusliche Vorbereitung und Nachbereitung (siehe Immer-Hausaufgabe im Erdkunde-LK bei mir!)
Zusätzlich nehmen wir in den Blick, dass Leistungen auf verschiedenen Niveaustufen erbracht werden können (Anforderungsbereiche – vom reinen Sagen gelernten Wissens bis hin zum kritisch-reflektierten Problemlösen).
Ergänzend beachten wir, dass eine Leistung unter enger Anleitung oder sehr eigenständig erbracht werden kann.
Daraus ergeben sich folgende Kriterien, die bei der Leistungsbewertung („mündliche Mitarbeit“ eine zentrale Rolle spielen:
Leistungsbewertung Kriterien
Kriterien in der Übersicht
| Kriterium | Aspekte |
| Qualität der Leistungen | Ergebnisse: Schriftliche Darstellungen (Übersichten, Strukturierungen, Texte, Präsentationen …). Ergebnisse meint alles, was du im Unterricht erstellst (bzw. erstellen sollst). Für die genaue Einordnung der Qualität schau dir das Polaritätsprofil unten an. |
| Quantität/ Aktivität | Es geht um die Frage, wie intensiv und aktiv du die Zeit nutzt. Optimalerweise arbeitest du die gesamte Unterrichtszeit an deinen Aufgaben bzw dem. was gerade ansteht. Du bist nicht mit Nebentätigkeiten befasst, sondern konzentrierst dich durchgehend auf die Sache. Wenn wir im Plenum etwas besprechen, hast du eigene Beitrage und du hörst durchgehend aktiv zu. |
| Anwendung von Medienkenntnissen und Methoden | Du wirst zahlreiche fachliche und überfachliche Arbeitsweisen kennen lernen. Wenn du sie kennen gelernt hast, wendest du sie zielgerichtet und sinnvoll an. Du entscheidest auch, welche Vorgehensweise/ welches Medium jeweils für das Gewollte geeignet ist – und kannst die Entscheidung begründen. |
| Kleine Leistungskontrollen und häusliche Vorbereitung | Vielleicht kommt so was mal vor. Auf jeden Fall wird es immer auffallen, ob du dich mit aktuellen Entwicklungen in unseren Themenbereichen, die durch die Medien gehen, auskennst. |
| Grundlegende Selbstverständlichkeiten | Pünktlichkeit, Material da, Ergebnisse immer da… solche Dinge sind wohl selbstverständlich. Falls nicht, kann das die Leistungen erheblich eintrüben. |
Polaritätsprofil: Qualität von Leistungen einordnen
Die Darstellung kann je nach Bildschirm unschön sein. Ganz unten findet sich ein Bild des Inhalts.
Hohe Qualität erkennt man an…
- Strukturiertheit
- Auswahl und Gewichtung
- Differenziertheit (einerseits… andererseits…)
- Eigenständigkeit. Du tust es selbst. Du denkst selbst. Du suchst die aktive Zusammenarbeit (außer in Klausuren)
- Inhaltliche Klarheit, Eingrenzung, Erfassung
- Sprachliche Klarheit
- (Anmerkungen)
- passende Wahl der Strukturierungsform
- inhaltliche Struktur von Texten (z.B. keine Gedankensprünge)
- Hast du die für das Thema Wesentlichen Aspekte erwischt? Wir deutlich, was wichtig ist?
- Du hast mehrere Aspekte/ Argumente und wägst sie klar gegeneinander ab.
- Du entwickelst dein Ergebnis durch deine Gedanken.
- Du findest Lösungen, Informationen, löst auftretende Schwierigkeiten.
- Du hast für dein Thema die wichtigen inhaltlichen Aspekte gefunden.
- Du machst deutlich, worum es in deinem Ergebnis genau geht – und welche Aspekte du auslässt.
- Du fokussierst deine Darstellung auf dein Thema.
- Du nutzt die fürs Thema wichtigen Fachbegriffe
- Du drückst dich sprachlich präzise – sachlich angemessen – aus.
mangelnde Qualität erkennt man an…
- fehlender oder unpassender Struktur
- Beliebigkeit
- Oberflächlichkeit/ Pauschalität/ schwarz-weiß-denken
- Kopie/ Abschreiben/ Chatbot
Du lässt arbeiten.
Du wartest in Gruppen, bis jemand ein Ergebnis hat, und tust dann so, als sei es deins. - Inhaltliche Beliebigkeit
- Erschwertes sprachliches Verständnis.
Der Leser muss raten, was „gemeint“ sein könnte.

